Der erste Skiurlaub als Papa

„Als frisch gebackener Papa

ändert sich dann aber alles – auch der Skiurlaub“

Früher war Ende Februar für mich mitten in der Saison, ich habe mich mit meinen Kumpels gematcht, wer mehr Skitage hat und habe die Wochenenden vorwiegend in tief verschneiten Winterorten in den Bergen verbracht. Als frisch gebackener Papa ändert sich dann aber alles – auch der Skiurlaub. Angefangen bei den Skitagen selbst, die in diesem Jahr bisher noch im einstelligen Bereich liegen.

Bevor ich in der Vaterrolle verankert war, holte ich mir regelmäßig einen Kick auf den Brettern und war das noch nicht anstrengend genug, gab es danach entweder Apres Ski oder einer Skitour mit Hütteneinkehr und Nachtabfahrt. Dem Freizeitstress und allen Verrücktheiten waren keine Grenzen gesetzt. 

Ich will dem alten Wintersport Zeiten dennoch keine Träne nachweinen! Heute wache ich auf, weil meine Tochter uns in den Morgen singt oder uns nonverbal zu verstehen gibt, dass sie Hunger hat… oder weil sie mit uns schmusen möchte, bevor es in die Winterlandschaft raus geht.

Skifahren ist nicht mehr das Gleiche, aber es hat trotzdem den gleichen Charme. Die Glücksgefühle in den Bergen gibt es genauso – nur eben ein bisschen anders.


In unserem ersten gemeinsamen Skiurlaub als Familie mussten wir auch erst lernen mit der neuen Situation und Zeiteinteilung umzugehen. Und wir haben bemerkt, dass es durchaus funktioniert. Man kann auch mit Baby skifahren gehen, man kann die Berge genießen und man kann das gleiche Gefühl auf den Bretteln haben. Aber dazu braucht es ein super gutes Teamwork mit der Partnerin. Im Vordergrund steht außerdem einfach immer, dass es dem Nachwuchs gut geht, dass klein Rosa in trockenen Windeln liegt, dass genügend gekuschelt wurde und dass unsere „Chefin“ rundum glücklich ist. Denn eines kann ich mittlerweile garantieren: Das Baby fährt in Gedanken auf den Skiern mit! Und zwar bei jedem einzelnen Schwung.

Da Rosa und ihre Wach- und Schlafphasen auch unseren Tagesablauf bestimmen, teilen wir uns den Tag eben genau so auf. Und plötzlich erleben wir den Ort, in dem wir schon unzählige Male waren, komplett neu. Weil wir eben nicht nur auf und abseits der Pisten unterwegs sind.

Mit dem Würmchen im Arm wirkt alles anders. Statt morgendlichen Powder Abfahrten gibt es jetzt Spaziergänge in der Winterlandschaft. Das entschleunigt, tut der Seele gut und wirkt sich positiv auf unser Baby aus. Noch nie hat Rosa so friedlich geschlummert wie im Gasteinertal. Es sind diese Momente, die zählen, weil sie neu und stark und besonders sind. Wenn ich zum Beispiel meine Tochter warm eingepackt am Arm habe und wir durch die karge und kalte Berglandschaft schlendern. Wenn der Wind bläst, sie seelig schlummert und dabei lächelt, weil sie sich sicher und geborgen fühlt.

Es ist trotzdem toll zu erfahren, dass Eltern durch eine konstruktive Teamarbeit die geliebten Hobbies nicht verloren gehen. Ein Plus ist es in jedem Fall für die Beziehung, wenn jeder macht und tut was er liebt (bei Bibi und mir ist das eben skifahren) und jeder auf seinen Endorphin-Spiegel kommt. Und trotzdem wollen wir das beide nur kurz. Nichtmal unsere 3h Stunden Karten aus, weil wir trotz der Glücksgefühle am Berg einfach schnell wieder nach Hause zu unserer kleinen Maus wollen.


Die schönste Erfahrung in meinem ersten Skiurlaub als Papa waren daher auch definitiv die Gedanken an Rosa: Am Lift, am Berg, bei jedem Schwung habe ich die dicken Pausbäckchen meiner 7 Wochen alten Tochter im Kopf –  ich freue mich jetzt schon auf den Tag, wo wir gemeinsam den Berg hinunter sausen. Wenn meine Oberschenkel nicht brennen, weil ich jeden Carving Schwung auskoste, sondern weil ich mit meiner kleinen Tochter zwischen den Beinen das erste Mal die blaue Piste runterrutsche.