Beikost und andere Patzerein

„Das Schönste am Beikost füttern ist Rosas Vorfreude,
wenn sie merkt, dass es losgeht“

Unsereins isst in der Früh, zu Mittag und am Abend. Oft auch – einfach so – zwischendurch. Manchmal feste Nahrung, manchmal flüssig. Manchmal setzen wir uns zu Tisch und manchmal schieben wir uns einen Snack zwischen Tür und Angel in den Mund. Für uns ist die Nahrungsaufnahme das Normalste der Welt. Gesund soll es sein und schmecken soll es auch, das war für mich bis jetzt wichtig. Aber jetzt geht es um ein kleines Lebewesen und nicht nur um mich und ich frage mich, wie wir mit der Patzerei beginnen und wann es eigentlich los geht mit dem Babybrei für sie?

Fragen über Fragen, und da ich mir geschworen habe nicht mehr das Internet um Rat zu fragen, geht es zu unserer Lieblingskinderärztin Monika Resch. Sie ist so etwas wie unser Alltime-Joker, natürlich hat sie auch für den Beikost Start bei Rosa den richtigen Tipp für uns und zwar den Rat bei einer Ernährungsberaterin einzuholen. Gesagt, getan laden wir Veronika Ottenschläger zu uns ein. Mit ihr machen wir zwar keinen selbstgemachten Brei und wir füttern Rosa auch nicht – irgendwie hatte ich mir das so vorgestellt – sondern sie erzählt und ich lausche, während Rosa – mit dem Flascherl im Mund – in meinem Arm hängt.       
Während ich mir ausmale wie ich Rosa mit frisch pürierten Karotten füttere, merke ich mir die wichtigsten Punkte, damit beim Zufüttern nichts schief geht.

Salonpapa: Wann ist der richtige Zeitpunkt für Beikost?
Veronika: Sobald sich das Baby für das Essen interessiert, den Kopf danach streckt und Interesse zeigt. Das ist für gewöhnlich zwischen der 17. und der 26. Woche. Das ist auch der Zeitpunkt, wo Babys aktiver werden, zu krabbeln beginnen und alles angreifen. Muttermilch reicht dann nicht mehr aus, da Babys mehr Energie und Nährstoffe brauchen.

Salonpapa: Was muss ich beim Füttern beachten?
Veronika: Grundsätzlich ist Essen mit einem Löffel eine komplett neue Erfahrung für ein kleines Wesen. „Zeit“ ist eines der essentiellsten Dinge beim Essen und sie sollte man sich auch wirklich nehmen. Vom Ablauf her sollte man mit Beikost beginnen, danach Wasser geben und am Ende Milch. Wichtig sind die Pausen dazwischen. Wenn Babys mitbekommen, dass sie nach der Beikost sowieso Milch bekommen, dann wählen sie wahrscheinlich die einfachere Variante.

Salonpapa: Wo soll gefüttert werden?
Veronika: Das Füttern sollte in einer Wippe oder einem Hochstuhl beginnen. (Bei uns sitzt Rosa schon seit ein paar Wochen im Trip Trap Hochstuhl am Tisch. Anmerkung von Salonpapa) Auf jeden Fall sollte es eine angenehme Atmosphäre sein, keinen Streit und keine Ablenkung geben.

Salonpapa: Wie oft soll man Beikost am Anfang füttern?
Veronika: Am Anfang nur einmal am Tag, aber dafür in jedem Fall regelmäßig, damit sich das Baby daran gewöhnt. Am besten ist das Füttern von Beikost untertags –  zum Beispiel zu Mittag – denn am Abend sind viele Babys schon müde.

Salonpapa: Was sollten Kinder trinken?
Veronika: Neben Muttermilch und Milchflascherl gibt man Kindern bis Ende 6. Monat abgekochtes Wasser. Je heißer es draußen wird, desto öfter bietet man Kindern Wasser an.

Salonpapa: Was soll gefüttert werden?
Veronika: Gemüse in allen Variationen, aber bitte noch alleine. Also keine Mischexperimente. Das kann ein Karottenbrei sein, Pastinaken, Süßkartoffel oder Kürbis. Wenn die Gemüsebreis nicht gemischt werden, bekommt man relativ schnell mit, ob das Kind etwas gar nicht mag. Ob das Essen vertragen wird, erkennt man übrigens an der Haut und am Stuhl.

Interessant finde ich auch, dass Rosa das Essen auch angreifen soll. Sie darf es fühlen. Das nimmt die Ungewissheit und befriedigt die Neugierde. Sie soll es nicht werfen oder herumspielen, aber sie soll wissen was es ist, erklärt unsere Ernährungsberaterin.

Mittlerweile füttern wir Rosa seit 3 Wochen. Uns macht es Spaß und ihr offensichtlich auch.  Die Strampler werden aufgrund der Gemüsebreis immer bunter und erinnern mich an meine Mountainbike Trikots, von denen ich nach Rennen die rote Erde nicht mehr rausbekam. Auch unser Stoffwindelverbrauch ist enorm gestiegen und ich bin froh, dass meine Frau sich durchgesetzt hat und eine halbe Fabrik an Stoffwindeln aufgekauft hat. Aber das schönste am Füttern ist Rosas Vorfreude, wenn sie merkt, dass es losgeht. Dann streckt sie ihr kleines Köpfchen nach vorne, macht den Mund auf und will mit ihren kleinen Händen den Löffel in die nehmen und den Brei in den Mund schieben.
Das sind die Momente, in denen es mir vollkommen egal ist, dass dann nicht nur ihr Outfit rot und grün und gelb ist.